Blog

Das Yasuní-Projekt

Regenwald in Ecuador, Foto: der aus peru_flickr

Regenwald in Ecuador, Foto: der aus peru_flickr

Der Uno-Generalsekretär erwartet höchste Beachtung und auch Ban Ki Moon richtete zusammen mit Ecuadors Präsident Rafael Correa mithilfe eines Briefes bereits im August klare Worte an die Bundeskanzlerin. Es geht hierbei um das Yasuní-Projekt, das die Ölförderung im Regenwald verhindern will, indem reiche Länder ein armes entschädigen. Die Bundesregierung ist darauf bisher noch nicht eingegangen, doch der Brief bat um eine Zusage als Zeichen dafür, sich in Deutschland weiterhin für internationale Entwicklungsziele einsetzen zu wollen.

Die Initiative ist bisher eine einmalige, vom Präsidenten Ecuadors selbst entwickelt. Die Ermahnung wurde ausgesprochen, da Entwicklungsminister Niebel im letzten Jahr die Unterstützung des Treuhandfonds von deutscher Seite, absagte. Bis dahin war man im Bundestag jedoch begeistert und es fand sich sogar eine überfraktionelle Mehrheit, die das Projekt unterstützen wollte. Die Absage jedoch erfolgte wegen „grundsätzlicher Bedenken“.

Die bedeutende Rolle unseres Landes für diese Initiative wird deutlich, als sich nun auch der UNO-Generalsekretär einschaltet. Die deutsche Meinung bei Klimaschutzfragen wiegt schwer in der internationalen Politik. Ban Ki Moon lud im September zu einem Spitzentreffen in New York ein, man kündigte jedoch durch den Regierungssprecher an, dass Angela Merkel daran nicht teilnehmen würde, weil ihre Anwesenheit aufgrund der europapolitischen Schwierigkeiten und des Besuchs der Papstes in Deutschland gefragt wäre.

Auf Seiten der Regierung stellte man klar, dass sich zwar weiterhin für deutsch-ecuadorianische Entwicklungsprojekte für den Klimaschutz im Yasuní-Nationalpark einsetzen, aber nicht in den Fonds einzahlen wolle. Es seien die Mittel, nicht die Ziele, mit denen man nicht übereinstimme. Von der Opposition hagelt es dafür Kritik. Statt zu warten, bis die Zeit zur Rettung des Yasuní abgelaufen ist, solle Deutschland Führungsqualitäten zeigen.

Correa sagte bereits 2007 zu, das unerschlossene Ölvorkommen über zehn Jahre hinweg nicht anzurühren, unter der Bedingung, das die internationale Gemeinschaft die Hälfte aller möglichen Einnahmen ersetzt. Dabei handelt es sich um ca. 3,6 Milliarden Dollar, die Ecuador laut Correa für die wirtschaftliche Entwicklung brauche.

 

Illegales Tropenholz für Gibson?

Gibson, Foto: rockerz89_flickr

Gibson, Foto: rockerz89_flickr

Der berühmte amerikanische Gitarren-Bauer Gibson steuert auf einen Skandal zu: Für seine Edelgitarren soll jahrelang illegales Tropenholz verbaut worden sein. Schon zum zweiten Mal in knapp zwei Jahren durchsuchte die US-amerikanische Bundesbehörde für Umweltschutz den Gitarrenhersteller in Nashville und Memphis. Einzelne Gitarren, Hölzer und Dokumente wurden beschlagnahmt. Der Vorwurf: Ganze zwölf Lieferungen von Eben- und Rosenholz soll der Konzern illegal aus Indien importiert haben. Bei der Durchsuchung vor knapp zwei Jahren ging es um importiertes Holz, das illegal in Madagaskar geschlagen wurde. Das Unternehmen trennte sich nach dem Vorfall angeblich von seinem Zulieferer und kritisiert derzeit das Vorgehen der amerikanischen Behörde, das zu erheblichen Produktionsausfällen geführt hatte. 

Grundlage für die Durchsuchung ist der Amerikanische Lacey Act, der eigentlich zum Schutz von heimischen Wildtieren und Pflanzen vor mehr als 100 Jahren erlassen wurde. Auf den Import des illegalen Holzes wurde die zuständige amerikanische Behörde von den Menschenrechtsorganisationen Global Witness und Environmental Investigation Agency hingewiesen. Diese deckten im Auftrag der madegassischen Nationalpark-Verwaltung die undurchsichtigen und skrupellosen Holzimporte in einer Studie auf.

Eine regelrechte Holzmafia ist auf Madagaskar entstanden, die gegen jedes Gesetz die kostbaren Wälder der Insel plündert. Davon bleiben selbst wichtige Schutzgebiete wie Nationalparks nicht verschont. Auch der Hamburger Holzhändler Theodor Nagel hat eine wichtige Rolle beim illegalen Holzgeschäft gespielt – tonnenweise brachte er Ebenholz aus Madagaskar über Hamburg in die Vereinigten Staaten. Mittlerweile ist er insolvent.

Auch das FSC-Label, das vom Bonner Verein für verantwortliche Waldwirtschaft vergeben wird, steht derweil in der Kritik. Denn zur Führung der Organisation gehören auch wichtige Chefs der Holzindustrie, die für lasche Standards und skandalöse Auszeichnungen sorgen. So kann wohl auch der Gibson-Konzern seine fünf FSC-Siegel vor allem seinen ausgezeichneten Beziehungen zum FSC und verwandter Organisationen verdanken – auch das beschlagnahmte Holz war vom FSC ausgezeichnet worden.

 

Das Ökosystem im tropischen Regenwald

Der tropische Regenwald, Quelle: !"§$%&/()=?/Flickr.com

Der tropische Regenwald, Quelle: !"§$%&/()=?/Flickr.com

Die fünf großen Regenwaldgebiete der Erde in Asien, Afrika, Madagaskar, Neotropis und Neuguinea sind unerlässlich für das Klima weltweit. Sie nehmen das gefährliche Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und lassen viele Wolken entstehen, die die direkten Strahlen der Sonne reflektieren. Ohne diesen Schutzmechanismus und Kühlkreislauf wird sich die Erde immer weiter erwärmen. Kaum jemand aber weiß, wie das Ökosystem des tropischen Regenwalds wirklich aussieht.

Zahlreiche verschiedene Stoffkreisläufe und Lebensvorgänge gehen im Kronendach der Regenwälder von statten – die außerordentliche Vielfalt unterschiedlichster Tier- und Pflanzenarten, in der Fachsprache Biodiversität, ist das Merkmal des Regenwalds. Eher findet man hier zwei Exemplare verschiedener Arten als zwei Exemplare derselben Art!

Sträucher und Kräuter lassen sich am Boden des dichten Regenwalds kaum finden, es sind viel eher starkwüchsige und große Pflanzen, die dominieren. Die vertikale Staffelung der hohen Bäume teilt sich in mehrere Stockwerke auf. Meist können sechs verschiedene Etagen entdeckt werden, oft lassen sich die einzelnen Stockwerke aber nicht voneinander trennen. Das Haupt-Kronendach liegt in luftigen 40 Metern Höhe, die Baumriesen kommen bis auf stolze 60 Meter.

Durch die hohen Bäume und die dichten Kronen dringt ungefähr nur noch ein Prozent der ursprünglichen Sonneneinstrahlung bis auf den Boden vor. Dort ist das Überleben für Pflanzen also quasi unmöglich. Deshalb haben gerade kleinere Pflanzen eine geschickte Taktik entwickelt: Sie benutzen hohe Bäume als Träger und setzen sich auf Stämme, Zweige oder Blätter. Überall im tropischen Regenwald findet man diese geschickten Pflanzen, die der Biologe Epiphyten nennt. Auf einem Baum etwa entdeckten Forscher über 80 verschiedene Arten dieser Aufsitzer-Pflanzen. Um an Wasser und Nährstoffe zu gelangen, haben sie die unterschiedlichsten Wege erkundet: Die Orchidee etwa streckt Wurzeln in die Luft, den Bromelien wachsen Blatt-Trichter, in dem sich Humus ansammelt.

 

Rettet Fairtrade-Kaffee den Regenwald?

Fairtrade; Quelle: Downing Street_flickr.com

Produkte aus dem Fairtrade-Handel gibt es schon seit Jahren. Doch erst seit einiger Zeit ist diese Art des Bio-Einkaufs ins Gespräch gekommen. Am bekanntesten ist Fairtrade in Form des Kaffeeeinkaufs. Womöglich, da die Ausbeutung beim Kaffee sehr groß ist. Qualitativer Kaffee und gerechte Bezahlung haben nicht immer zueinander gehört. Doch der faire Handel hat sich rumgesprochen und vielen geht es nicht mehr um einen billigen Kaffee, sondern um guten Kaffee mit gerechter Bezahlung und Behandlung der Arbeiter auf den Farmen. Auch Kaffeehäuser wie Starbacks oder Fastfoodketten wie McDonalds setzen mittlerweile auf den Kaffee aus fairem Handel.

Doch woher weiß man, wer Fairtrade-Kaffee anbietet und wer nicht? In Deutschland gibt es das Fairtrade- oder das Biosiegel, dieses Siegel soll den Kunden Sicherheit vermitteln. Doch seit einiger Zeit tauchen immer mehr Gütesiegel auf, die nicht jedem bekannt sind. Fraglich ist, wer diesen fairen Handel garantiert. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann sollten Sie im Café oder im Geschäft nachfragen. Die Anbieter sollten sich mit Ihrem Angebot auskennen.

Ein Siegel wird von nationalen Organisationen vergeben und geprüft. Die bekannteste Organisation, die nicht nur auszeichnet, sondern auch kontrolliert, ist die Dachorganisation Fairtrade Labelling Organization International ( FLO). In Deutschland gibt es zudem die Organisation TransFair. Auch sie garantiert, dass die Kaffeebauern in den Anbauländern bessere lebens- und Arbeitsbedingungen erhalten. Früher haben Menschen zu menschenunwürdigen Bedingungen gearbeitet. Viele Kinder wurden zu dieser Arbeit gezwungen, der Lohn war sehr niedrig, sowohl für die Arbeiter als auch für die Bauern. Fairtrade garantiert, dass die Preise für den Kaffee fair mit den Bauern ausgehandelt werden und auch die Arbeiter fair behandelt werden.

Auch Discounter vertreiben Frairtrade-Kaffee in Deutschland. Beispielsweise erhalten Sie Fairtrade-Kaffee beim Discounter LIDL mit dem Siegel ‘Fairglobe’. ALDI Süd hält ‘One World’ Produkte für Sie bereit.

 

Google Streetview für den Regenwald

Google Street View, Foto von außerirdische sind gesund/flickr.com

Google Street View, Foto von außerirdische sind gesund/flickr.com

Was sich absolut sensationell anhört, wird in den kommenden Jahren zur Routine werden: die Welt wird komplett online sein, und zwar in Farbe. Grund dafür: der Internetgigant Google brachte sein hochinteressantes, aber zugleich auch hochumstrittenes Programm „Google Street View“ auf den Markt, bzw. ins Netz. Das funktioniert folgendermaßen: In den letzten Jahren waren überall Autos im Dienste von Google unterwegs, jedes versehen mit einer Kamera, die in schneller Folge Bilder von der Umgebung machte. Experten bauten diese Bildchen dann zusammen und erstellten so unsere Welt – nur eben virtuell. Im Internet kann sich dann jeder, der will, sein Haus, das seines Nachbarn, den Eiffelturm, Dörfer in Ohio und so weiter anschauen. Viele Hauseigentümer klagten, weil sie nicht wollten, dass jeder Zugriff auf ihr Privatleben hat. Deren Grundstücke und Immobilien wurden dann verpixelt.

Bisher waren meist nur Großstädte abfotografiert, doch immer mehr Dörfer werden nun auch ins Netz gestellt. Und eine neue Idee hat Google auch schon: der Regenwald soll demnächst online gehen. Dafür fahren momentan unzählige Google-Mitarbeiter auf Fahrrädern, Booten und Geländewagen durch das Amazonas-Gebiet. Auch in der Umgebung des Rio Negro wird fleißig fotografiert. Das sorgt natürlich bei den Bewohnern der Flusstäler für große Aufregung. Nicht oft kommen Menschen in ihre Wohngegend, Kameras sind ihnen fremd und was das Internet ist, können sich viele gar nicht richtig vorstellen.

Ziel von Google ist es, den Usern zu ermöglichen, sich virtuell auf den Flüssen treiben zu lassen. Ganz ohne Kosten, Moskitos und tropische Hitze. Natürlich kann davon auch der Tourismus in den Regionen rund um die Flüsse profitieren. Wer im Netz Feuer fängt, stattet dem Regenwald eventuell auch mal einen realen Besuch ab.

 

Nachhaltige Milchwirtschaft

Milch, Foto von now.is/flickr.com

Milch, Foto von now.is/flickr.com

Da die Landwirte sich nicht mit der Regierung über die nachhaltige Erzeugung von Milch einigen können, gab es in der letzten Woche eine milchwirtschaftliche Kundgebung mit rund 200 Teilnehmern zu der die Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein eingeladen hatte.

Dabei sei der Begriff Nachhaltigkeit laut Aussage von Peter Lüschow, einem der Sprecher nur ein Modebegriff, der von den Bauern schon seit hunderten von Jahren gelebt werde, da die Höfe in Familienbesitz wären und von Generation zu Generation weitergegeben werden würden.

Um diese Nachhaltigkeit jedoch beizubehalten sei es unabdingbar einen Kompromiss mit den Verbrauchern zu finden, bei dem die Wettbewerbsfähigkeit der Milchwirtschaft gestärkt würde.

Im weiteren ging es um die Standards der Nachhaltigkeit. Der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbandes sprach sich für einheitlichere und anerkannte Standards aus, zweifelte allerdings daran, ob es mit den Handelspartnern dort in einzelnen Themen Übereinstimmungen geben wird.

Allerdings dürften die Bauern sich dem Thema nicht komplett verschließen,da sonst die Gefahr besteht, dass der Handel bald die Vorgaben diktiert.

Auch ging es um die Probleme und Zukunftsängste der rund 4800 Milchbauern in Schleswig-Holstein. Eine Landwirtin fragte, was denn bei der ganzen Nachhaltigkeit noch für die Erzeuger übrig bleiben würde. Eine Sorge eines Landwirtes war es auch, dass immer weniger junge Leute bereit sind die Betriebe zu übernehmen. Somit ginge auch hier die vom Vorsitzenden in der Eröffnungsrede angesprochene Nachhaltigkeit langsam verloren.

 

Das Schicksal der Penan

Regenwald Malaysia, Foto: danielctw_flickr

Der lebenswichtige Regenwald für die Ureinwohner Malaysias wird abgeholzt.

Anlässlich des Tags für indigene Völker (kleine Gruppen, die Ihre Ursprünge in ehemaligen Kolonien finden und sich seither als eigenständige Bevölkerungsgruppe sehen) macht Navi Pillay, Hochkommissarin für Menschenrechte der UNO, auf das Schicksal eines malaysischen Urvolks, der Penan, aufmerksam.

Durch die von der Regierung Sarawaks legitimierte, kommerzielle Abholzung des Regenwaldes seit 1970 wird der Lebensraum der Penan immer kleiner. Der Großteil des Holzes wird nach Japan exportiert.

Alice Bayer von Survival International sagte: „Die Landrechte der Ureinwohner werden bei den Abholzungen nicht anerkannt; die Penan werden zu diesen Entwicklungen nicht konsultiert, obwohl ihnen dies nach internationalem Recht zustehen würde.“ Um die Regierungen und Unternehmen unter Druck zu setzen werden diese Fakten publiziert, bislang ohne Erfolg. Denn Trotz großer internationaler Aufmerksamkeit bleibt die Lage der Penan kritisch, so Bayer. Da die Penan im Regenwald jagen und sammeln, dort also ihre lebenssichernden Nahrungsmittel her beziehen, sind sie auf den Wald angewiesen, ohne den Wald könnten sie nicht überleben.

Die Fläche des Primärwaldes, unberührter, nie geholzter Wald, mache nur noch fünf Prozent der Landesfläche aus. Der Sekundärwald erstreckt sich über mehr als die Hälfte der Landesfläche, dieser wird von den Holzunternehmen geholzt und mit schnellwüchsigen Baumarten neu bepflanzt.

Die Regierung plant bis im Jahr 2020, die grünen Ölplantagen von einer Million auf zwei Millionen Hektaren zu verdoppeln.

Helfer setzen sich dafür ein, den Primärwald zu erhalten und den Sekundärwald nachhaltig nachhaltig. Außerdem müssten die Rechte der Bevölkerung respektiert werden. Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation unterstützt die Penan bei sieben hängigen Landrechtsklagen (wobei es um das Recht auf 3600 Quadratkilometer Land geht), indem sie ihnen hilft, die Gebiete zu kartieren.

 

Amazonas: Illegale Rodung wird immer dramatischer

Im Amazonas, Foto von LauraGaceo/flickr.com

Im Amazonas, Foto von LauraGaceo/flickr.com

Der Umweltschutz meldet verheerende Zahlen zu den abgeholzten Regenwäldern im brasilianischen Amazonas. Allein im Juni 2011 wurden 310 Quadratkilometer geholzt. Das sind 28 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dies sind die erschreckenden Zahlen, die uns diesen Monat erreichten. Somit sind im ersten Halbjahr 2001 bereits 79 Prozent mehr gerodet worden, als im Jahr 2010.

Roberto Maldonado, der Lateinamerika-Referent des WWF Deutschland drückt es so aus – „Wir verlieren gerade stündlich wertvollen Wald, en uns niemand zurückgeben kann“. Er fordert Brasilien dazu auf, immens gegen das Roden vorzugehen.

Die Ursachen sieht er in der anstehenden Novellierung des brasilianischen Waldgesetztes. Laut dem Gesetz erhalten Grundbesitzer eine Amnestie für illegale Abholzung. Seitdem sind die Zahlen der Abholzung in die Höhe geschnellt. Weitere Gründe für die Rodung des Regenwaldes im Amazona sind Rinderzucht und Soja Anbau.

Man sollte Brasilien daran erinnern, dass es sich auf dem Kopenhagener Weltklimagipfel im Jahr 2009 verpflichtet hatte die Rodung des Waldes um 80 Prozent zu senken. Dies wollte Brasilien bis 2020 geschafft haben. Danach sieht es heute nicht aus und wenn die Abholzung so weiter verläuft, stellt sich die Frage, wie viel Wald wir in neun Jahren überhaupt noch haben werden.

Während im letzten Jahr die Nachrichten von einem Rückgang des Abholzens geschrieben hat, sieht es heute schlimmer denn je aus. Vergessen sind all die Ziele und Versprechen. Doch es liegt nicht alleine in den Händen der Brasilianischen Regierung. Der Soja vom Anbau im Regenwald wird auch nach Europa transportiert. Die Nachfrage wird immer größer. Die meisten Konsumenten wissen nicht, dass für den Anbau von Soja tausende Menschen von ihrem Land verjagt werden und Wälder abgeholzt werden müssen. Ein Großteil des Sojas ist gentechnisch verändert und erfordert einen größeren Gebrauch von Pestiziden.

 

Viele seltene Arten in Borneo bedroht

Borneo, Foto von borneovillagehomestay/flickr.com

Borneo, Foto von borneovillagehomestay/flickr.com

Der WWF warnt davor, dass Arten auszusterben drohen, noch ehe sie richtig erforscht sind. Deshalb ruft er nun Borneo-Staaten zu Schutzmaßnahmen auf.

Denn mit der dort fortschreitenden Zerstörung des Regenwaldes, nimmt auch das Verschwinden vieler seltener Arten zu, darunter seit 2002 die Borneo-Katze und andere Beutegreifer. In nur wenigen internationalen Schutzprogrammen fanden diese Arten bisher Zuwendung, weil sie sehr zurückgezogen leben.

Auf der Roten Liste steht seit 2008 auch der Haarnasenotter.

Der World Wide Fund for Nature setzt sich dafür ein, die Wälder in den Borneo-Staaten nachhaltig zu nutzen, um diese erhalten zu können und das Aussterben der Katze zu verhindern. Deshalb riefen sie Indonesien, Malaysia und Brunei nun zum Aufstellen klarer Regeln auf, um Fortschritte dahingehend einzuleiten.

Indonesien ist der größte Teil Borneos da. Auf breiten Flächen im Einsatz sind hier illegale Holzfäller, die dazu beitragen, dass die Fläche des Waldes drastisch verkleinert wird. Dies ist wesentlicher Teil der Tatsache, dass in Indonesien jedes Jahr etwa 13 Millionen Hektar Wald verloren gehen. Das machten Angaben des WWFs deutlich, die auch besagten, dass diese Vorgänge vor allem auf Borneo und Sumatra stattfinden. Der Wald wird auf vielen Wegen zielstrebig vernichtet. Das geschieht in etwa durch Brände und natürlich die massenhafte Abholzung. Doch auch die Umwandlung in Plantagen spielt dabei eine Rolle.

Auch der Sunda-Nebelparder findet sich wie die besagte Otter-Art seit dem Jahr 2008 auf der Roten Liste der Tiere. Er, so wie auch die seltene Borneokatze, zählt sich zu den 24 verschiedenen Beutegreifern, die in Borneo bisher von Forschern entdeckt werden konnten. 2006 wurde dieser sogar als eigene Art klassifiziert. Laut WWF gehören auch der Borneo-Sonnendachs, der Sunda-Stinkdachs und auch die Otterzivette zu den bedrohten Kleinraubtieren.

Beutegreifer tragen zum Gleichgewicht im Ökosystem bei, indem sie das Vorkommen dieser Beutetiere regulieren. So betont der WWF, dass das Aussterben einer Art weitreichende unvorhersehbare Folgen haben könne.

 

Klimaschutzprojekt in Indonesien

Regenwald, Foto  von aunwin/flickr.com

Regenwald, Foto von aunwin/flickr.com

Vertreter der deutschen Botschaft, Förderer aus England und Singapur haben die indonesische Halbinsel Sumatra besucht. Dabei wollten sie das Klimaschutzprojekt „Harapan Rainforest“ besuchen und begutachten. Das Projekt soll das artenreiche Aussterben von Pflanzen verlangsamen und verhindern. Bei dem Besch der Vertreter aus Wirtschaft und Politik ging es vor allem darum, die bisherigen Projekt-Ergebnisse zu begutachten. Neben dem feierlichen Empfang, pflanzen die Vertreter symbolisch Bäume.

Mit 7,5 Millionen Euro fördert das deutsche Umweltministerium seit 2009 das Regenwald-Projekt auf der indonesischen Halbinsel. Das Geld kommt aus den Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative und der KfW Entwicklungsbank. Der Naturschutzbund (NABU) setzt sich zusammen mit seinem britischen Partner Royal Society for the Protection of Birds ein, dass zerstörter Lebensraum wiederhergestellt wird, damit so die Artenvielfalt im Regenwald geschützt und erhalten bleibt. Das Projekt initiierte bislang zahlreiche Baumschulen. Dort wachsen derzeit drei Millionen Jungpflanzen. Somit könnten 2700 Hektar Fläche des Regenwaldes wieder aufgeforstet werden.

Auch der Chef des NABU, Olaf Tschimpke, zeigt sich mit dem Projekt zufrieden: „Das Harapan-Projekt demonstriert auf eindrucksvolle Weise, wie Klimaschutz und der Erhalt der biologischen Vielfalt Hand in Hand gehen.“ Allerdings wolle man auch die Rolle der Bevölkerung einführen und deren Lebensstandard durch das Projekt verbessern. Eben durch dieses Projekt gibt es mittlerweile schon zwei mobile Schulen und einen Arzt, der die medizinische Verantwortung sicherstellt. Außerdem sollen 170 „grüne Jobs“ im Bereich Waldschutz geschaffen werden. Diese sollen der dort ansässigen Bevölkerung zu Gute kommen.

„Harapan Rainforest“ zählt derzeit noch als Pilotprojekt in Indonesien und gilt vorerst bis 2013. Es soll allerdings – bei gutem Ausgang – weitergeführt und -entwickelt werden. So sollen weitere 24 Millionen Hektar tropische Wälder in Indonesien in das Projekt gegliedert werden. Derzeit umfasst das Projekt eine Fläche, die größer als Berlin ist und trägt seltene Tierarten in sich.