Vision

von Paulo Brandao

Unsere Aufgabe

Was wir erreichen möchten

Wir möchten auf alle Themen der Umwelt, des Naturschutzes und der Klimapolitik aufmerksam machen. In unserer Zeit sind gerade diese Probleme unserer Gesellschaft nicht zu vernachlässigen und haben bedeutsame Konsequenzen für unsere Zukunft. Das Regenwald Magazin steht für Informationsverbreitung und Nachhaltigkeit.

Regenwald

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"Schutzgebiete sind nicht ausreichend als Schutzmaßnahmen, da sie in ihrer Anzahl und Fläche zu klein sind." - Wikipedia, "Regenwald"

 
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Tierschutzalarm: Zoohandlung verkauft Welpen (23.01)

Welpen © fotowebbox - Fotolia.com

Welpen © fotowebbox - Fotolia.com

Unglaublich aber wahr. In der Tierhandlung “Zoo Zajac” in Duisburg werden Welpen hinter der Ladentheke verkauft. So kann man sich direkt, wie beim Kauf eines Brotes, entscheiden und einen Hund ordern. Die kleinen Hunde warten hinter einer Glasscheibe auf die neuen Besitzer und werden wie ein Stück Fleisch verscherbelt. Die Zoohandlung ist die erste Deutschlandweit, die ein derartiges Geschäft aus dem Verkauf von Hunden macht. 

Seit Jahren werden in der Zoohandlung Eichhörnchen, Krokodile und sogar Nasenbären auf diese Art und Weise verkauft, nun auch Hunde. Für 800.000 Euro ließ der Besitzer des Ladens eine Art Zelle, von 600 Quadratmetern, für die Hunde bauen. Seit letzten Freitag sind schon einige Welpen für ca. 800 bis 900 Euro verkauft worden und die Nachfrage steigt. Wie bei jedem “Produkt” stellt auch Norbert Zajac, der Besitzer des Geschäfts eine Garantie. Für die Welpen gibt es eine 14 tägige Gesundheitsgarantie. So können Käufer den Welpen innerhalb dieser Zeit wieder zurückgeben, sollte dieser erkranken. Die Zoohandlung hat ebenso drei Tierärzte eingestellt, die kostenlos die Welpen verarzten, sollten diese innerhalb der Garantiezeit krank werden. 

Tierschützer gehen auf die Barrikaden. Zwar ist dieses Geschäft nicht verboten, doch vielen Menschen geht das zu weit. Bislang konnte man einen Welpen beim Züchter selbst erwerben. Auch der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. ist gegen den Verkauf von Welpen in einem Zoogeschäft. Doch das interessiert Norbert Zajak nicht. Er möchte in diesem Jahr mindestens 1.000 Welpen verkaufen. Und an dieses Geschäftsprinzip glaubt er felsenfest. 

Auf Nachfragen, woher die Welpen kommen würden, sagt Zajac, er kaufe die Welpen über deutsche Züchter. Die Leiterin der Vier-Pfoten-Kampagne, Birgitt Thiesmann, spricht sich gegen den Handel der Welpen in einem Zoogeschäft aus. Ihrer Meinung nach betreibt Herr Zajac einen unseriösen Hundehandel. 

Weitere Organisationen werden in den kommenden Tagen gegen den Handel protestieren. 

 

Zerstörung des Regenwaldes und Klimafolgen

© Ellen Ebenau - Fotolia.com

© Ellen Ebenau - Fotolia.com

Die Photosynthese ist und bleibt ein Lebenserhaltender Prozess der Natur, der es uns überhaupt erst ermöglich, auf diesem Planeten zu leben, da er dafür sorget, dass Kohlendioxid zurück zu Sauerstoff verarbeitet wird. Diesen brauchen wir zwingend, um zu atmen und also zu überleben.

Dass die Wälder dieser Erde, allen voran die Regenwälder einen großen Anteil an diesem Prozess haben, ist einleuchtend. Doch nicht nur für uns Menschen ist der Regenwald auf lange Sicht hinsichtlich unseres Sauerstoffverbrauchs Lebensnotwendig. Der Regenwald bietet einer Vielzahl von Lebewesen ein Ökosystem, welches so sensibel ist, dass der Mensch Vorsicht walten lassen sollte, wenn er in dieses System eingreift. Erst recht, wenn er es zerstören Möchte. Alles hängt im Ökosystem zusammen und eine Insekten- oder Affenart, die im Regenwald ausgerottet wird, weil sie keinen Lebensraum mehr hat, kann auch am anderen Ende der Welt für fatale Folgen sorgen.

Welche Bedeutung der Regenwald auch für den Klimawandel hat, zeigt sich, wenn man die Korrelation zwischen Klimawandel und Regenwald betrachtet. Verpesten Abgase die Welt, was sich auf die Ozonschicht auswirkt, kann es dazu kommen, dass sich eine globale Erderwärmung einstellt, die der Regenwald nicht verkraftet. Unter Umständen kann es passieren, dass wichtige Pflanzen des Regenwaldes vertrocknen und dadurch wiederum Einfluss auf den Wasserstand oder eine noch ungefiltertere Zerstörung der Ozonschicht eintreten kann. Nicht zuletzt sterben unzählige Tierarten, da ihnen die Nahrung abhanden kommt.

Man kann nicht abschätzen, welcher gefährliche Schneeball dadurch ins Rollen gebracht wird. Aber man sollte die Gefahr nicht unterschätzen.

 

Wildtiere sollen nicht mehr im Zirkus zu sehen sein

 

 ernstboese - Fotolia.com

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Ein Relikt aus Zeiten, in denen die Menschen keinen Fernseher hatten, der sie aus ihrem tristen Alltag heraus riss, ist die Manege der vielen Zirkusse des Landes. Was staunte man, und staunt auch heute noch, über die Artenvielfalt von Tieren aus exotischen Ländern, die Jung und Alt die Kinnladen herunterklappen ließen. Da gab und gibt es, furchteinflößende Löwen und Tiger, giftige Schlangen und majestätische Elefanten. Der artgerechte Tierschutz, war damals noch nicht erfunden, ja in der Bevölkerung fehlte ein Bewusstsein für das Wohl der Tiere gänzlich.

Erstaunlicherweise treten in manchmal recht zwielichtig anmutenden Zirkusunternehmen bis heute Wildtiere auf. Tierschützer kritisieren seit Jahren die schlechten Lebensumstände der Zirkustiere. Zwar sei für das Überleben der Tiere durch veterinäre Unterstützung gesorgt, in keinem Falle wäre die Haltung aber artgerecht. Dafür fehle der Auslauf und die natürliche Umgebung. 

Die Kritiker finden nun im Bundesrat Gehör. Auf Initiative des Aggrarausschusses, soll ein Verbot der Haltung einer Reihe von Wildtieren in den fahrenden Betrieben veranlasst werden. Zirkusbesitzer sehen in dem Verbot, dass zunächst für Giraffen, Flusspferde, Elefanten, Affen, Großbären und Nashörner gelten soll, das Ende des Zirkus, wie wir ihn bisher kennen. Da das Gesetz offen lässt, welche Wildtierarten als nächstes auf die rote Liste gesetzt werden, befürchten die Anhänger der fahrenden Betriebe, dass für ihre Branche das letzte Stündchen geschlagen habe.

Kritische Stimmen kommen auch aus dem Lager des Berufsverbandes der Tierlehrer. Dieser sieht zwischen einer Haltung im Zoo und einer Haltung im Zirkus keinen unterschied und verweist auf das strenge, bereits geltende Tierschutzgesetz. Dieses sieht vor, dass Tierhalter eine Art Führerschein für exotische Tiere machen müssen, der über die optimale Haltung aufklärt und somit artgerechtes Leben für Tiere garantiert.

 

Wenn der Naturschutz absurde Blüten treibt

 

© Jane Jones - Fotolia.com

© Jane Jones - Fotolia.com

Klima- und Umweltschutz ist notwendig, das ist klar, doch auch hier heiligt der Zweck nicht immer die Mittel. Zumal die Mittel häufig neue Probleme, oft auch Umweltprobleme bewirken.

Zum Beispiel haben zwei Umweltorganisationen in Kenia Land gekauft, um dort einen Naturpark zu eröffnen. Das klingt soweit gut, das Problem ist, dass angestammte Bewohner_innen verjagt werden. Genauer geht es um den Laikipia-Distrikt Kenias, dort sind viele Wildtiere anzutreffen, aber auch die Samburu-Nomaden, die dort traditionell ihre Heimat haben. Die Menschen leben meist in großer Armut, was durch Dürren in den letzten Jahren noch verschlimmert wurde.

Für jeweils zwei Millionen Dollar haben die Organisationen “The Nature Conservancy (TNC)” und die “African Wildlife Foundation” etwa 70 Quadratkilometer Land in Laikipia gekauft, als Naturschutzgebiet ausgewiesen und an die kenianische Regierung verschenkt. Das Naturschutzgebiet soll künftig den Tourismus ankurbeln, in dem sich die Wildtiere als “Goldesel” für das Land erweisen sollen. 2008 wurden dann die Samburu von der kenianischen Polizei vertrieben. Die menschenrechtsorganisation Survival International berichtete, wie die Dörfer der Samburu niedergebrannt wurden, die Menschen angegriffen und ihre Tiere getötet oder gestohlen wurden. 2010 wurden dann die letzten Samburu aus ihrer Heimat vertrieben. Sie haben alles verloren und siedeln nun am Rand des Naturschutzgebietes oder mussten die Gegend gänzlich verlassen. Sie wohnen in improvisierten Unterschlüpfen und leben in Angst vor den Angriffen durch die Polizei. Bisher gab es keine Entschädigung, kein Polizist wurde bestraft, lediglich wurde ein Teil der gestohlenen Tiere zurück gegeben. Eine Klage der Samubru gegen die Vertreibungen hat bisher noch nicht zum Ende der Gewalt geführt. Der Fall wird immernoch im Parlament diskutiert, bisher allerdings erfolglos. Zumindest hat der Minister für Wildtiere und Wald mittlerweile zugesagt, dass das geplante Naturschutzgebiet nicht eingezäunt werde, solange das Gerichtsverfahren noch läuft.

 

Unesco Welterbeurkunde für deutsche Buchenwälder

© Christian Pedant - Fotolia.com

© Christian Pedant - Fotolia.com

Der Mittwoch, der 16.11.2011, war nicht irgendein Tag, sondern ein ganz besonderer für den Naturschutz in Deutschland: Denn Norbert Röttgen nahm an diesem Tag die UNESCO Welterbe-Urkunde für die deutschen Buchenwälder entgegen. Überreicht wurde die Urkunde während eines feierlichen Festaktes in der Hauptstadt Berlin von dem derzeitigen Direktor des UNESCO Welterbezentrums, Kishore Rao. Auch Repräsentanten der geehrten Bundesländer und von Partnerstaaten wie der Slowakei und Ukraine waren dabei. In der Rede des Bundesumweltministers stellte dieser die deutschen Buchenwälder auf eine Stufe mit berühmten Nationalparks und Naturstätten wie dem Yellowstone Nationalpark, den Viktoria-Wasserfällen oder den Galapagos Inseln. Er verwies auch auf die Verpflichtung aus dem Welterbestatus, den Bestand dieser Buchenwälder nun noch intensiver zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten.

Erst Anfang des vergangenen Jahres hatte sich Deutschland um eine Aufnahme besonders alter Buchenwälder in die angesehene UNESCO Liste bemüht, bereits am 25. Juni 2011 stimmte die UNESCO zu – ziemlich schnell für eine Organisation, bei der jeden Tag wahrscheinlich mehrere Anträge eingehen. Der Nationalpark Jasmund und das Serrahn im Müritz-Nationalpark, beide in Mecklenburg-Vorpommern, das Grumsins im ohnehin schon UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg, der Nationalpark Hainich in Thüringen und der Kellerwald-Edersee Nationalpark in Hessen wurden in die Liste aufgenommen. Sie sind die wertvollsten Ansammlungen großflächiger und recht autarker Buchenwälder in Deutschland.

Diese Auszeichnung ist die dritte von der UNESCO akzeptierte Weltnaturerbe-Stätte in Deutschland – Weltkulturerbe-Stätten gibt es dagegen wie Sand am Meer in der Bundesrepublik. 1995 wurde die Fossilienfundstätte Grube Messel als Naturerbe eingeschrieben, 2009 folgte das Wattenmeer. Vielleicht sehen sie nun beim nächsten Waldspaziergang die Buchen ein bisschen anders an – wenn diese für manch einen Besucher genauso spektakulär und wertvoll wie die Viktoria-Wasserfälle sein sollen?

 

Gorillas im kongolesischen Regenwald

Gorillas © erwinf - Fotolia.com

Gorillas © erwinf - Fotolia.com

Die weitläufigen Regenwälder im Norden des Kongos sind die Heimat der Flachland-Gorillas. Doch immer mehr dieser Primaten werden aus ihren Wäldern vertrieben – Holzfäller schlagen rücksichtslos und meist für Industriestaaten schönes Tropenholz, auf denen eben noch vergnügte Gorillas gespielt haben. Doch dieser Konflikt zwischen wirtschaftlichen und tierischen oder Interessen im Namen des Umweltschutzes konnte zumindest im Kongobecken gelöst werden: Dank des weltweiten Protestes von Umweltorganisationen und kritischen Konsumenten, die den Dschungel nicht für ihren neuen Beistelltisch zerstört sehen wollen.

Das schweizerische Holz-Unternehmen Industrie Forestiére d’Ouesso, kurz IFO, etwa möchte vormachen, wie verträglich Tropenholz geschlagen werden kann: Sie arbeiten nun nach einem verbindlichen und wissenschaftlich entworfenen Management-Plan. Dieser sieht vor, dass auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern nur etwa ein Baum geschlagen wird. Bevor eine solche Zone dran ist, gibt es aber Präventivmaßnahmen: Ein Team von zwölf Leuten marschiert durch den Dschungel, macht sich Notizen, zählt die Bäume und gibt jedem eine Nummer. Tausende von Bäumen werden so in jeder Woche vermessen.

Diese Informationen werden dann im Büro ausgewertet: Welchen Baum darf ich nach dem kongolesischen Forstgesetz überhaupt fällen? Dieses macht genaue Vorgaben: Es gibt Mindest-, aber auch Maximal-Maße eines Baums, Pufferzonen rund um Feuchtgebiete und Bäche von 30 Metern müssen eingehalten werden. Rund ein Viertel des Regenwaldes im Kongo ist so für Holzfäller tabu – jedenfalls offiziell.

Diese Maßnahmen schützen vor allem auch Flachland-Gorillas. Rund 36.000 davon leben auf dem Gebiet der IFO, etwa ein Drittel aller Gorillas in Zentralafrika. Beides kann hier friedlich nebeneinander existieren: Ökologie und Ökonomie, die 36.000 Menschenaffen und 1.000 Angestellen der Holzfirma. So trägt Holz von IFO auch das FSC-Siegel, dass der unabhängige Welt-Forstrat an Holzfirmen verteilt, die sich an strenge Auflagen halten. Sieben weitere Firmen im Kongobecken dürfen dieses Siegel tragen, insgesamt auf 4,5 Millionen Hektar Fläche funktioniert das Nebeneinander von Mensch und Tier bereits. Doch das ist immer noch ein viel zu kleiner Teil – sorgen sie mit dem Kauf von Tropenholz aus Wäldern, in denen Gorillas eine Zukunft haben, dafür, dass dieser Teil weiter wächst!

 

Eine Regenwaldtour ohne Auto

Das Tal der Verwüstung, der kochende See: Nein, die Rede ist nicht von einem Science-Fiction-Film oder einer Zombie-Geschichte. Es geht um die Insel Dominica, eine kleine, noch wenig bekannte Insel in der Karibik, die in den französischen Antillen zwischen Guadeloupe und Martinique liegt. Christoph Kolumbus benannte sie nach dem Sonntag, an dem er an ihr vorbeisegelte – betreten hat er das paradiesische Fleckchen Land allerdings nicht.

Naturwunder Dominica, Foto:kretyen_flickr

Naturwunder Dominica, Foto:kretyen_flickr

Rund 70.000 Menschen leben derzeit auf Dominica, darunter 2.200 Nachfahren der Karibik-Indianer. Sie leben auf einem selbst verwalteten und unabhängigen Gebiet im Norden der Insel. Noch gibt es keinen internationalen Flughafen vor Ort: Anreisen kann man nur mit einem Flug nach Guadeloupe oder Martinique und einer Weiterfahrt mit einer kleinen Propellermaschine oder Expressfähre. Das dürfte ein Grund dafür sein, warum sich auf Dominica noch unberührte Natur und Regenwald jenseits vom Massentourismus erleben lässt.

Ein weiterer Grund dürfte das Aussehen der Insel sein: So zerklüftet, rau und wild entspricht sie gar nicht unseren Vorstellungen von der Karibik mit endlos weißen Sandsränden und ein paar Palmen. Natürlich haben Vulkane die Insel entstehen lassen und geformt – die höchsten Gipfel reichen hier 1.450 Meter über den Meeresspiegel. Dem mutigen Besucher bieten sich phantastische Naturschauspiele wie Wasserfälle, Bergseen, heiße Quellen und klare Flüsse: Angeblich 365 Flüsse soll es auf der Insel geben, einen für jeden Tag.

Wer hier wandern gehen möchte, sollte ein bisschen Kraft mitbringen: Temperaturen von 30 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit sind nicht Jedermann’s Sache. Wer hingegen mit dem Auto durch den Regenwald fahren möchte, sollte dieses wunderschöne Fleckchen Erde meiden, hier steht Natur an erster Stelle, weshalb die Regierung nun auf sanften Tourismus setzt. Wer auf den Luxus des Autos nicht verzichten möchte, kann beispielsweise im El Yunque Nationalpark auf Puerto Rico ebenfalls Regenwaldluft schnuppern.

 

Die rollende Waldschule

Lernen in der Natur, Foto: santasapnia_flickr

Lernen in der Natur, Foto: santasapnia_flickr

Kinder und Natur, was früher zu jedem Alltag des Kindes dazugehört hat, ist selten geworden. Kinder, die im Wald spielen und Füchse sichten, Vögel beobachten und sich an den Pflanzen und Blumen erfreuen, gehören nicht mehr zum Alltagsbild. Diese Art von natürlichen Spielplätzen gibt es kaum noch. Familien wohnen oftmals nicht mehr am Waldrand. Ob Großstadt- oder Kleinstadtkinder, die Natur ist ihnen meistens unbekannt. Wenn, dann sehen sie sie allerhöchstens am Wochenende und oftmals wissen viele Kinder gar nicht mehr, wie Tiere im Wald aussehen. Kurze Spaziergänge mit den Eltern im Wald bringen nicht viel. Meistens erblicken die Kinder überhaupt keine Tiere mehr im Wald, weil den Eltern nicht bewusst ist, wie sie sich zu benehmen haben, damit Wildtiere sich in die Nähe des Menschen trauen.

Vor einigen Jahren kam dann die Abhilfe, die Waldschule. Der Verein ‘Förderverein Lernort Natur’ fährt mit zahlreichen ausgestopften Tieren zu den Kindern und versucht ihnen die Natur näher zu bringen. Sie zeigen ihnen die Wildtiere und klären sie auf. Ob Fuchs, Reh, Wildschein oder Vogel, die Lehrer der Waldschule haben alles mit an Bord. In erster Linie geht es den freiwilligen Lehrern darum, den Kindern ein vernünftiges Verhalten den Tieren gegenüber beizubringen. Der Initiator der Waldschule gestaltet den Besuch für die Kinder spannend und spielend.

Bleibt einzig die Frage, ob ein ausgestopftes Tier tatsächlich das Gefühl rüberbringen kann, wie ein Tier lebt, denkt und fühlt.

Diese Entwicklung sollte zu denken geben. Während vor 20 Jahren die Natur zum Leben des Menschen dazugehört hat, ist es nur noch ein seltenes Erlebnis geworden. Die Praxis in Form von toten und ausgestopften Tieren ist kein Zustand. Ein Anfang, aber keine Lösung.

 

Das Yasuní-Projekt

Regenwald in Ecuador, Foto: der aus peru_flickr

Regenwald in Ecuador, Foto: der aus peru_flickr

Der Uno-Generalsekretär erwartet höchste Beachtung und auch Ban Ki Moon richtete zusammen mit Ecuadors Präsident Rafael Correa mithilfe eines Briefes bereits im August klare Worte an die Bundeskanzlerin. Es geht hierbei um das Yasuní-Projekt, das die Ölförderung im Regenwald verhindern will, indem reiche Länder ein armes entschädigen. Die Bundesregierung ist darauf bisher noch nicht eingegangen, doch der Brief bat um eine Zusage als Zeichen dafür, sich in Deutschland weiterhin für internationale Entwicklungsziele einsetzen zu wollen.

Die Initiative ist bisher eine einmalige, vom Präsidenten Ecuadors selbst entwickelt. Die Ermahnung wurde ausgesprochen, da Entwicklungsminister Niebel im letzten Jahr die Unterstützung des Treuhandfonds von deutscher Seite, absagte. Bis dahin war man im Bundestag jedoch begeistert und es fand sich sogar eine überfraktionelle Mehrheit, die das Projekt unterstützen wollte. Die Absage jedoch erfolgte wegen „grundsätzlicher Bedenken“.

Die bedeutende Rolle unseres Landes für diese Initiative wird deutlich, als sich nun auch der UNO-Generalsekretär einschaltet. Die deutsche Meinung bei Klimaschutzfragen wiegt schwer in der internationalen Politik. Ban Ki Moon lud im September zu einem Spitzentreffen in New York ein, man kündigte jedoch durch den Regierungssprecher an, dass Angela Merkel daran nicht teilnehmen würde, weil ihre Anwesenheit aufgrund der europapolitischen Schwierigkeiten und des Besuchs der Papstes in Deutschland gefragt wäre.

Auf Seiten der Regierung stellte man klar, dass sich zwar weiterhin für deutsch-ecuadorianische Entwicklungsprojekte für den Klimaschutz im Yasuní-Nationalpark einsetzen, aber nicht in den Fonds einzahlen wolle. Es seien die Mittel, nicht die Ziele, mit denen man nicht übereinstimme. Von der Opposition hagelt es dafür Kritik. Statt zu warten, bis die Zeit zur Rettung des Yasuní abgelaufen ist, solle Deutschland Führungsqualitäten zeigen.

Correa sagte bereits 2007 zu, das unerschlossene Ölvorkommen über zehn Jahre hinweg nicht anzurühren, unter der Bedingung, das die internationale Gemeinschaft die Hälfte aller möglichen Einnahmen ersetzt. Dabei handelt es sich um ca. 3,6 Milliarden Dollar, die Ecuador laut Correa für die wirtschaftliche Entwicklung brauche.

 

Illegales Tropenholz für Gibson?

Gibson, Foto: rockerz89_flickr

Gibson, Foto: rockerz89_flickr

Der berühmte amerikanische Gitarren-Bauer Gibson steuert auf einen Skandal zu: Für seine Edelgitarren soll jahrelang illegales Tropenholz verbaut worden sein. Schon zum zweiten Mal in knapp zwei Jahren durchsuchte die US-amerikanische Bundesbehörde für Umweltschutz den Gitarrenhersteller in Nashville und Memphis. Einzelne Gitarren, Hölzer und Dokumente wurden beschlagnahmt. Der Vorwurf: Ganze zwölf Lieferungen von Eben- und Rosenholz soll der Konzern illegal aus Indien importiert haben. Bei der Durchsuchung vor knapp zwei Jahren ging es um importiertes Holz, das illegal in Madagaskar geschlagen wurde. Das Unternehmen trennte sich nach dem Vorfall angeblich von seinem Zulieferer und kritisiert derzeit das Vorgehen der amerikanischen Behörde, das zu erheblichen Produktionsausfällen geführt hatte. 

Grundlage für die Durchsuchung ist der Amerikanische Lacey Act, der eigentlich zum Schutz von heimischen Wildtieren und Pflanzen vor mehr als 100 Jahren erlassen wurde. Auf den Import des illegalen Holzes wurde die zuständige amerikanische Behörde von den Menschenrechtsorganisationen Global Witness und Environmental Investigation Agency hingewiesen. Diese deckten im Auftrag der madegassischen Nationalpark-Verwaltung die undurchsichtigen und skrupellosen Holzimporte in einer Studie auf.

Eine regelrechte Holzmafia ist auf Madagaskar entstanden, die gegen jedes Gesetz die kostbaren Wälder der Insel plündert. Davon bleiben selbst wichtige Schutzgebiete wie Nationalparks nicht verschont. Auch der Hamburger Holzhändler Theodor Nagel hat eine wichtige Rolle beim illegalen Holzgeschäft gespielt – tonnenweise brachte er Ebenholz aus Madagaskar über Hamburg in die Vereinigten Staaten. Mittlerweile ist er insolvent.

Auch das FSC-Label, das vom Bonner Verein für verantwortliche Waldwirtschaft vergeben wird, steht derweil in der Kritik. Denn zur Führung der Organisation gehören auch wichtige Chefs der Holzindustrie, die für lasche Standards und skandalöse Auszeichnungen sorgen. So kann wohl auch der Gibson-Konzern seine fünf FSC-Siegel vor allem seinen ausgezeichneten Beziehungen zum FSC und verwandter Organisationen verdanken – auch das beschlagnahmte Holz war vom FSC ausgezeichnet worden.